Die Sendetürme:
(the aerials)
Im Jahre 1926 waren die zwei 266 Meter hohen Sendetürme mit die höchsten Bauwerke Europas.
Sie fielen nach dem 2. Weltkrieg den Reparationszahlungen an die ehemalige Sowjetunion zum Opfer.
Hierzu schrieb mir der Zeitzeuge Heinz J. Mommert zu Weihnachten 2003: ''Als ehemaliger ... (1937-1946) Nauener ... hörte (ich)eine Explosion, drehte mich nach dem Geräusch hin und sah gerade noch den ersten Turm in sich zusammenfallen und den Zweiten gleich hinterher. Es sah aus, als ob eine Sprengladung am unteren Ende und eine zweite Ladung in halber Höhe explodierte. Wir wohnten damals an der Bleichwiese und konnten die höheren Türme von dort sehen...''
(Herr Mommert war damals 14 Jahre alt, wie er selbst bemerkte, und lebte seit 1946 im Ausland und zwar in Fort Macleod in Canada.)

Der Bildvergleich stellt die Größenverhältnisse der Nauener Antennen zu bekannten Bauwerken in Europa anschaulich dar.

Stück für Stück wurden die Antennenelemente um 1920 per Seil nach oben gezogen und montiert. Und das erst 100, dann 200 Meter hoch.

Der 200 Meter Turm vor dem Orkan 1912 ...

... und nach dem Orkan. Im Hintergrund Gebäude des ehemaligen Vorwerks.
Die in den Jahren 1975 bis 1980 durch die Deutsche Post der DDR errichteten rund 170 Meter hohen Sendetürme für Radio Berlin International (RBI).
1998 wurden diese im Auftrag der Deutschen Telekom AG abgerissen.
Damit verschwanden wieder eine Reihe von Wahrzeichen aus dem Stadtbild.

So fiel ein Turm nach dem anderen dem Abriss zum Opfer.
Hinter diesem ehemaligen Antennenwald beginnt ein uralter Rastplatz der Kraniche und Wildgänse.
Alljährlich versammeln sich hier abertausende Vögel um sich für den Weiterflug zu stärken.
Das Gebiet zieht sich bis zur Kleinstadt Fehrbellin hin (Schlacht bei Fehrbellin).
Die Dreh- und schwenkbare Antenne: (the old aerial)

Geblieben ist die Dreh- und schwenkbare Antenne am Dechtower Damm, welche im Jahre 1964 zu Experimentalzwecken errichtet wurde. Sie soll wohl als technisches Denkmal erhalten werden.
Die neuen Antennen in der Graf-Arco-Str.: (the new aerials)
Die Deutsche Welle (DW) erreichte mit ihren Rundfunkprogrammen bis zum Jahre 2007 damit jeden Punkt der Erde.
Ab dann sendete sie aus dem Ausland (Großbritannien) und kam 2016 wieder nach Nauen zurück. Leider waren die technischen Anlagen der Sendestelle weitgehend ausgelastet, so dass für bestimmte Sendungen Kapazitäten in Frankreich für die DW angemietet werden mussten.

Entsprechend dem Vorbild am Dechtower Damm wurden auf dem gegenüberliegenden Gelände vier neue Antennen im Jahre 1997 in Betrieb genommen.