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Das Zeitzeichen:
(the time signal)
Die Zeichnung veranschaulicht schematisch die Folge und Bedeutung der einzelnen Morsezeichen unter genauer Angabe der entsprechenden Zeiten. Die Zahlen auf der Kreisperipherie geben die Sekunden, die kursivgedruckten die Minuten an. Bei Beginn des Zeitzeichens verfolgt man die Spirale von innen nach außen. Zunächst wird zwecks Abstimmung 20mal der Buchstabe v gegeben; es folgt das Kennzeichen von Nauen (p o z) sowie der Zeitrechnung (m g z = mittl. Greenwicher Zeit). Um 12 Uhr 56 Minuten und 55 Sek. beginnt die Sendung der Buchstaben x (50 Sekunden lang), o, n, o, g, o; der Schlussstrich des letzten o endet genau um 1 Uhr mittags. Um 1 Uhr 5 Sek. folgt dann das Schlusszeichen.
An der Decke des Verstärkerraumes in einem Berliner Funkhaus im Jahre 1926 ist die Rahmenantenne zur Aufnahme der Nauener Zeitsignale angebracht.
Der auf dem Tischchen rechts befindliche Röhren-Empfangsapparat wird jeweils kurz vor 1 Uhr von dem Beamten auf die Nauener Welle eingestellt.
Das Bild zeigt den Augenblick, in dem der Beamte im Verstärkerraum den Pausenzeichen-Gebeapparat aufzieht und an Stelle des Mikrofons mit der Senderleitung verbindet.
Die Bildübertragung:
(The Radio Photography)
H. Kluth schreibt u.a.: ''... Die Entwicklung der Geräte zum Anschluß an einen ''Weltbildfunk'' ist bei Telefunken abgeschlossen... Man kann unter Voraussetzung genügend kurzer Wellen mit Hilfe des Bildfunks leicht zwei- bis dreimal so viel telegraphieren als nach der Worttaxe, so daß schon vom wirtschaftlichen Standpunkte dem Bildfunk gegenüber der gewöhnlichen Schnelltelegraphie der Vorzug zu geben ist.''
Schema der Sendeanlage zur Bildübertragung.
Der verhältnismäßig kleine Sender (Abb. 2) besteht aus der bekannten Bildwalze, die sich mit 1800 Umdrehungen in der Minute dreht und dabei in Schraubenlinen langsam vorwärtsgeschoben wird, so daß sich das aufgespannte Bld abtasten läßt...[x]
Bei der Übertragung der Lichtschwankungen auf den Empfangsfilm (Abb. 3) ist die Karolus-Zelle... ein wichtiges Hilfsmittel. Die Steuerspannung, die etwa 200 Volt betragen muß, wird durch Niederfrequenzverstärkung erreicht, nachdem die auf den Detektor treffenden Wellen durch Hochfrequenz verstärkt wurden. [x]
Die Praxis der Bildübertragung zwischen Nauen und Rio de Janeiro ist außerordentlich einfach. Nach kurzer Vorverständigung werden hier wie dort die teleautographischen Sender und Empfänger eingeschaltet, um in wenigen Sekunden das auf die Walze gebrachte Bild ... abzutasten und drahtlos über die 10 000 km weite Strecke zu befördern.
Einige Minuten später schon trifft in der Regel nach der photographischen Entwicklung des Bildes die Empfangsbestätigung ein. [x]

In der Tat ist der Bildfunk, der in diesem Zusammenhang nicht mit dem sogen. Fernsehen verwechselt werden darf, geeignet, dem Weltverkehr eine durchaus neue Richtung zu geben. ... Die Bildsendung der Schrift ist weiterhin für die Länder von außerordentlich hoher Bedeutung, die besondere Schriftzeichen haben - wie Japan und China -, die sich nicht in Morseschrift übersetzen lassen... Eine chinesische Studienkommission, die kürzlich einer Bildsendung beiwohnte, bei der chinesische Schriftzeichen übertragen wurden, hat diese Bedeutung als besonders wertvoll hervorgehoben. [x]
[x] Aus Welt und Wissen, Peter J. Oestergaard Verlag, Berlin-Schöneberg, 1927 (Artikel von Heinrich Kluth aus Nauen)
Die Fernsehversuche ...
(Television Tests)
... wurden im Jahre 1930 zwischen Nauen und Geltow erfolgreich fortgesetzt.
![Prinzipschaltung der Fernsehübertragung Nauen - Geltow im Jahre 1930. / Circuit diagram to the television assignment in the year 1930. [x] Prinzipschaltung der Fernsehübertragung Nauen - Geltow im Jahre 1930. / Circuit diagram to the television assignment in the year 1930. [x]](innovation13.jpg)
Die Blitze einer Bogenlampe wurden über einen Spiegel und einer Linse auf ein sich drehendes Spiegelrad geworfen. Durch die Planspiegelflächen wurde das Objekt (hier der Kopf eines Mannes) mit Unterbrechungen angestrahlt. Diese Hell-Dunkelphasen wurden wiederum auf einem Spiegel abgebildet, welcher die Lichtstrahlen der verschiedenen Intensität über eine Linse zu einer Fotozelle leitete. Hier wurden diese Lichtphasen in Abhängigkeit von ihrer Helligkeit in elektrische Energie umgewandelt. Diese schwachen Energieströme wurden nun durch ein mehrstufiges Röhren-Verstärkersystem soweit aufgewertet, dass sie über eine Antennenanlage ins vierzig Kilometer entfernte Geltow übermittelt werden konnten. Man bediente sich hier der Kurzwelle im 70-Meter-Bereich. In Geltow nun stand die Antennenanlage mit angekoppeltem Empfänger. Über eine Glimmlampe wurden die elektrischen Impulse wieder in sichtbares Licht umgewandelt und über einen Spiegel und einer Linse auf ein bauartgleiches Spiegelrad übertragen. Das Spiegelrad warf nun das so erzeugte Bild auf eine Projektionsfläche. Durch das stete Unterbrechen der Bildflächen entstand so der Eindruck eines (relativ) bewegten Bildes. Die Verfahrensweise konnte sich auf Grund der vielen mechanischen Teile und der damit eingegrenzten Drehgeschwindigkeit der Spiegelräder nicht zum Großversuch weiterentwickeln.
Die Deutsche Reichspost setzte die Versuche dann in den 1940-iger Jahren in der Versuchsanstalt Kleinmachnow fort (heute ehemal. Telekom-Grundstück Hakeburg). Hier konnte man sich bereits der Braunschen Röhre (sie wurde noch in ähnlicher Form in moderne Fernsehapparate und Monitore bis zur Erfindung der Flachbildschirme eingebaut) bedienen.
Diese Röhre ermöglichte erstmals die Darstellung von wirklich bewegten Bildern.
[x] Aus der TELEFUNKEN-ZEITUNG Nr. 65 / Seite 22
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