Die Graf-Arco-Straße:
(the street Graf-Arco-Straße.)

Die Graf-Arco-Straße beginnt am Bahnhof (Bahnbrücke) und endet an der Funkstelle. Sie wurde 1867 als Chaussee nach Kremmen befestigt und später als Prachtstraße bis zur Gaststätte "Am Weinberg" 1999 ein komplett neuer Radweg außerhalb des Straßenterrains angelegt wurde. ausgebaut. Leider ist dieser Bau nie vollständig beendet worden. Während der Damm durch die Luchlandschaft mit kleinen Pflastersteinen, welche man mitte der 1990er mit einer Bitumendecke überzog, befestigt wurde, ist die Befestigung der vorgesehenen Gehwege rechts und links der Straße durch die Kriegswirren nicht mehr ausgeführt worden. Dieser Zustand ist bis heute so geblieben, obwohl mit der Sanierung der Straße, der Mitte der 1980er Jahre angelegte Fahrradweg, von der rechten auf die linke Straßenseite (in Richtung Weinberg gesehen) verlegt und im Jahre 1999 ein komplett neuer Radweg außerhalb des Straßenterrains angelegt wurde.


Das Schützenhaus vor dem Zweiten Weltkrieg. / The same house before the beginning of the Second World War.
Das Schützenhaus vor dem Zweiten Weltkrieg. / The same house before the beginning of the Second World War.

...und hier war es noch möglich, den Festsaal im Schützenhaus zu nutzen.
Nauen hatte in Behrens Bierhallen bereits einen Schießstand, welcher aber mit der Zeit nicht mehr ausreichte.
So erbaute man vom 9. Juni bis zum 29. Dezember 1908 in der Graf-Arco-Straße, weit außerhalb der Stadt, ein eigenes Schützenhaus mit Schießhalle, Gaststätte und Ballsaal.


Das ehemalige Schützenhaus. / The earlier clubhouse of the hunters.
Das ehemalige Schützenhaus. / The earlier clubhouse of the hunters.

...hier  kann nicht mehr scharf geschossen werden...:
Am Ende des Zweiten Weltkrieges beendete eine Bombe das rege Treiben im Saal des Schützenhauses.
Da stets Geld- und Materialmangel herrschte, wurde der Saal zur DDR-Zeit auch nicht mehr aufgebaut, ebensowenig die Schießhalle.
Das Haus diente bis 1990 als Wohnheim für die
Erweiterte allgemeinbildende polytechnische Oberschule (EOS, heute Goethe-Gymnasium)
und wurde danach wieder als Gasthaus genutzt. Verschiedene Wirte versuchten seitdem ihr Glück und eröffneten ihre Nationalitätengaststätte.


Seit einigen Jahren steht es leer, kann aber für Veranstaltungen gemietet werden. Anfang der 2020er Jahre wurde es an private Eigentümer verkauft und meist als Arbeiterunterkunft genutzt.

Die Hohe Brücke über den Havelländischen Hauptkanal. / The bridge about the Havelländischen main channel.
Die Hohe Brücke über den Havelländischen Hauptkanal. / The bridge about the Havelländischen main channel.
Die ehemalige Gaststätte 'Strandgarten'. / The earlier restaurant-beach garden 'Strandgarten'.
Die ehemalige Gaststätte 'Strandgarten'. / The earlier restaurant-beach garden 'Strandgarten'.

Sie verbindet ...
die Stadt mit dem Ortsteil Weinberg, heute Waldsiedlung genannt:
Die Hohe Brücke über den Großen Havelländischen Hauptkanal. Ursprünglich aus Holz, dann aus Mauersteinen und heute aus Stahlbeton war sie lange Zeit die einzige befahrbare Übergangsstelle am Kanal. Der Kanal selbst war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges schiffbar.
Später verlandete er mehr und mehr.
Heute dient er nur noch der Entwässerung des Luches.
Das Gelände linkerhand hinter der Brücke wurde bald nutzbar gemacht und die Freiluftgaststätte Strandgarten mit Bootsverleih (Bild rechts) eingerichtet.


Das ausgebaute Nachfolgegebäude von 1899 im Jahre 2001. / The fully developed successor of 1899 in the year 2001.
Das ausgebaute Nachfolgegebäude von 1899 im Jahre 2001. / The fully developed successor of 1899 in the year 2001.
So herrlich sah der "Strandgarten" nach seiner Eröffnung aus.
So herrlich sah der "Strandgarten" nach seiner Eröffnung aus.

Die ehemalige Gaststätte 'Strandgarten' ... wo ist sie geblieben? / The former restaurant 'Strandgarten'... where has it gone?
Die ehemalige Gaststätte 'Strandgarten' ... wo ist sie geblieben? / The former restaurant 'Strandgarten'... where has it gone?

'Sozialistischer' Wohnungsbau inmitten einer Freifläche. / 'Socialist' house building in the middle of an undeveloped area.
'Sozialistischer' Wohnungsbau inmitten einer Freifläche. / 'Socialist' house building in the middle of an undeveloped area.

Es passt nicht ...in die unbebaute Fläche:
Das Wohnhaus für die ehemaligen Bauern der
LPG (Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaft)Nauen.
Inmitten einer Freifläche (nur flankiert von zwei kleinen Einfamilienhäusern) setzten die DDR-Oberen in den Sechziger Jahren einen Wohnblock, um den zwangskollektivierten Bauern einen Anreiz zu geben, in der Genossenschaft zu bleiben. Da Wohnraum mehr als knapp war, funktionierte das auch. Ich selbst landete als Jungverheirateter mit zwei Kindern aus der Enge der Dammstraße 8 in diesem Block und somit ungewollt in der Landwirtschaft. Ende der Achtziger übernahm dann die Kommunale Wohnungsverwaltung das Gebäude und langsam kamen auch Bürger in dieses Haus, die nicht in der Landwirtschaft tätig waren.


Das Haus selbst steht unmittelbar an der Bundesstraße 273 / Ecke Eichhorstweg in Richtung Weinberg.
Erbaut wurde es auf einem Terrain, auf dem die Nationalsozialisten ein Lager für die so genannten "Spatensoldaten" errichteten.
Das Hinterland wurde ausschließlich von Stallanlagen und Technikstützpunkten bestimmt.
Dies ging sogar soweit, dass ähnlich wie in Neukammer auf bestehende Straßenverbindungen keine Rücksicht genommen wurde. Einfamilienhäuser wurden einfach von den Stallanlagen eingeschlossen.

Das Arbeitsdienstlager des RAD befand sich hier bis zum Kriegsende.
Das Arbeitsdienstlager des RAD befand sich hier bis zum Kriegsende.

Da bei mehreren tausend Rindern sehr viel organischer Dünger anfiel, errichtete man große Gärsilos. Aber die Ersatzteilbeschaffung erwies sich als derart kompliziert, so dass diese Anlagen bald außer Betrieb gingen und Güllefahrzeuge mit je 10 Tausend Liter Fassungsvermögen in mehreren Schichten diese Gülle jeden Tag auf die Felder fuhr ... und wenn dies auf Grund der Witterung nicht möglich war, fuhr man einfach in Richtung Wald ...!


Die ehemaligen Beamtenhäuser der TELEFUNKEN-Großfunkstation. /The former officials' houses of the TELEFUNKEN large radio station.
Die ehemaligen Beamtenhäuser der TELEFUNKEN-Großfunkstation. /The former officials' houses of the TELEFUNKEN large radio station.

Muthesius ist auch hier zu finden ... im Gemäuer der ehemaligen Funkstellen-Wohnhäuser:
Die Anlage selbst wurde von Muthesius entworfen und von 1918 bis 1920 errichtet. Sie besteht aus den drei hier sichtbaren Bauwerken und einer freistehenden Villa in Richtung Weinberg und diente den Beamten der Großfunkstelle als Wohnung. Von hier waren rund 2000 Meter bis zum Senderhaus (Muthesiusbau) zurück zu legen. Nach 1945 gab es keine funktionierende Sendestelle mehr und damit kein Bedarf. Die Deutsche Post der DDR übernahm dann diese Gebäude in ihre "Gelbe Sparte", also der Brief- und Paket-Post.


Der Grundriss wurde so angelegt, dass immer sechs komplett eigenständige Wohnungen je Haus vorhanden sind, die je einen separaten Eingang haben. Jede Wohnung erstreckt sich über alle Etagen, also vom Keller bis zum Boden (Speicher) und ist duch ein separates Treppenhaus erreichbar. Wohnküche und Wohnzimmer sind gleich groß ausgeführt.

Heute sind diese in Privatbesitz. Da aber jedes Gebäude aus mehreren Einzelwohnungen besteht, sind die Fassaden zur B273 hin oftmals mehrfarbig in drei Abschnitten gestaltet worden.
(Hat man hier Anleihe an Friedensreich Hundertwasser genommen oder war man sich einfach untereinander nicht einig? Die Aufnahme stammt von 1999.)


Der Spaziergang endete hier ... in der Gaststätte "Am Weinberg":


Die Ausflugsgaststätte 'Weinberg' im Jahre 1929. / The restaurant 'vineyard' in the year 1929.
Die Ausflugsgaststätte 'Weinberg' im Jahre 1929. / The restaurant 'vineyard' in the year 1929.
Die Imbissgaststätte 'Weinberg' im Jahre 2015. / The restaurant 'vineyard' in the year 2015.
Die Imbissgaststätte 'Weinberg' im Jahre 2015. / The restaurant 'vineyard' in the year 2015.

Der Spaziergang endete hier ... in der Gaststätte "Am Weinberg":

Die Gaststätte "Am Weinberg" war bis 1994 ein beliebtes Ausflugsziel der Nauener und ein stark frequentierter Anlaufpunkt für Brummi-Fahrer, die ihren Hunger stillen wollten.
Seitdem stand das Haus jahrelang leer und der Zahn der Zeit hinterlies nun seine Spuren. Bis zu dem Tage, als Herr Al-Gaddoa mit seiner Familie Anfang der 2000er Jahre hier einzog und das Grundstück wieder mit Leben erfüllte. Später baute er die Doppelgarage zu einem kleinen
Imbiss (s. Foto rechts) um und setzte damit die Tradition von 1806 weiter fort. Denn seit diesem Jahr stand an dieser Stelle eine Gastwirtschaft.
Bereits in den 1920ern war sie DER Treffpunkt. Im Biergarten wurde zum Frühschoppen geblasen und auf der befestigten und beleuchteten Tanzfläche konnte man sich vergnügen. Die links vom Eingang befindliche Terrasse bot einen guten Einblick zur belebten Straße. Die Gaststätte selbst verfügte im Obergeschoss neben der Wirtswohnung noch über zwei Fremdenzimmer und im Erdgeschoss auf der Südseite über einen kleinen Festsaal.

Foto links: Für die vielen Fahrzeuge, die damals schon Halt machten gab es eine Tankstelle mit zwei Säulen, die aber Ende der 1930er abgerissen wurde.


Am Ende der Straße befindet sich der Wohnplatz Weinberg, der zum Ortsteil Waldsiedlung gehört.
Dieser Ortsteil beginnt am Kanal und endet an der Gemarkung vom OT Kienberg. Die Straße selbst endet direkt am Tor der
Rundfunksendestelle.