Die Goethestraße:
(The street with name Goethestraße.)

Das Gebäude des ... ehemaligen Landratsamtes: (The former District Office.) ...von 1886 wurde 1925 wesentlich erweitert und diente u.a. als Sitz des Landrates des Kreises Osthavelland (1826 bis 1952), des Rates des Kreises Nauen (1952-1990), sowie des Landkreises Nauen (1990-1994) und wurde nach der Kreisgebietsreform im Land Brandenburg nur noch Außenstelle des Landkreises Havelland.

(DiePolizeilichen Kennzeichen an Kraftfahrzeugen: HVL, NAU und RN).


Das ehemalige Landratsamt im Jahr 1925. / The former District Office. Blick auf das instandgesetzte Gebäude im Jahr 2002.
Das ehemalige Landratsamt im Jahr 1925. / The former District Office. Blick auf das instandgesetzte Gebäude im Jahr 2002.
Das ehemalige Landratsamt 1922. / The former District Office. Das königliche Landratsamt, stand an der Stelle des  Bauwerks von 1925.
Das ehemalige Landratsamt 1922. / The former District Office. Das königliche Landratsamt, stand an der Stelle des Bauwerks von 1925.

Das Portal von 1925 ähnelt sehr stark dem des Vorläufergebäudes, ist aber nicht das gleiche von damals.


Geglückte Sanierung eines Fachwerkhauses. / The renovation of the half-timbered house was specialistically carried out.
Geglückte Sanierung eines Fachwerkhauses. / The renovation of the half-timbered house was specialistically carried out.

Geglückte Sanierung ... an einem Fachwerkhaus: (the new halftimbered house)

Ein saniertes Fachwerkhaus in der Goethestraße. Ganz links verbirgt sich hinter den großen Glasfenstern ein ehemaliger Torbogen. Dieser war wichtig, um mit den landwirtschaftlichen Geräten und Fuhrwerken auf den Hof des Grundstückes zu gelangen.
Typisch für Nauen ist auch die Überbauung dieser Torbögen zu Wohnzwecken. Sie waren für die Mägde und Knechte vorgesehen.


Hoch hinaus ... ragt der Wasserturm: (The former water-tower.)


Der ehemalige Wasserturm. / The former water-tower.
Der ehemalige Wasserturm. / The former water-tower.

Das mit 42 Metern wohl höchste Bauwerk der Stadt stellt der nach fast 100 Funktions-Jahren im Jahre 1978 außer Betrieb genommene Wasserturm aus Backsteinen dar.
Errichtet wurde er 1898, um durch den Eigendruck des Wassers die Haushalte der Stadt mit fließendem Wasser zu versorgen.
Der Turmkopf wurde erst im Jahre 1978 verputzt, als man das erste Mal seit dem Bestehen des Turmes umfangreichere Sanierungen durchführte, da der Stahlkessel durchzurosten drohte. Seit 1993 steht er unter Denkmalschutz.


2006:
Nun ist es entschieden. Der Turm wurde privat restauriert und zu einem dreistöckigen Wohnhaus umgebaut, wobei man denkmalpflegerische Aspekte nicht ganz außer Acht gelassen hat.

Im Linkerhand sichtbaren, ebenfalls denkmalsgerecht hergestellten, Fachwerkhaus befindet sich eine Galerie. Deren Inhaberin ist von der Nordküste in unsere gemütliche Stadt gezogen

Der ehemalige Wasserturm wurde zum Wohnhaus. / The former water-tower.
Der ehemalige Wasserturm wurde zum Wohnhaus. / The former water-tower.

Hier im hellen Haus hat er gelebt und 6 Kometen entdeckt.
Hier im hellen Haus hat er gelebt und 6 Kometen entdeckt.

Mitglied der Astronomischen Gesellschaft:

In Nauen lebte auch ein bekannter Astronom (The astronomer with names Baecker discovered six comets.):
Der in der Altmark am 15. Februar 1819 geborene Carl Wilhelm Baecker (1819-1882) hatte sich 1850 in Nauen niedergelassen und betrieb in der heutigen Goethestraße 55 sein kleines Uhrmachergeschäft. Zwischen 1861 und 1867 entdeckte Baecker sechs Kometen. Am 11. September 1882 starb er in seiner Wahlheimat.
Bevor C. W. Baecker in Nauen sesshaft wurde, zog er als Uhrmachergehilfe durch halb Europa. So war er u.a. in London, Paris, Berlin und Königsberg.
Sein Sohn Carl Friedrich Wilhelm lebte bis zum Jahre 1924 in Nauen und betätigte sich vorwiegend als Urmacher und Gastlehrer am hiesigen Gymnasium.


Das Kronprinzenhaus. The crown prince house.
Das Kronprinzenhaus. The crown prince house.

Hier soll er gewohnt haben ... der Preußische Kronprinz Friedrich: (The house of king Friedrich der Große.)

In dem Vorgängerbau dieses Hauses  soll Friedrich der Große als Kronprinz gewohnt haben, bevor er nach Rheinsberg übersiedelte.

Lehrer Koch stellt dies in einem Zeitungsartikel im Jahre 1941 fest.


Zeitungsauschnitt von 1941 / Press clipping of the year 1941: Where roomed the future king from Prussians?
Zeitungsauschnitt von 1941 / Press clipping of the year 1941: Where roomed the future king from Prussians?

Der Nauener Lehrer Koch war 1941 Museumsleiter und untersuchte in einem Artikel der Havelländischen Rundschau vom 13. / 14. September 1941, Nr. 215, in welchem Hause 1732 der spätere preußische König "Der Alte Fritz" gewohnt haben könnte. Im Folgenden eine teilweise Übersetzung der in Fraktur geschriebenen Seite:


In welchem Nauener Haus wohnte der Alte Fritz?

Das falsche und das wahre "Alte-Fritzen-Haus" - Gartenhaus erst 1780 erbaut - Friedrich weilte schon 1732 in Nauen

Ein weitverbreiteter Irrtum bezieht sich auf das "Alte-Fritzen-Haus" in Nauen. Fast alle Einwohner unserer Stadt halten das Haus in der Mauerstraße, das heute Dr. Lehmann gehört, für das 1732 bezogene Wohnhaus des jungen Obersten Friedrich Kronprinz von Preußen. Ohne Zweifel handelt es sich hier um ein schönes und anmutiges Barockgebäude. Der architektonische Eindruck - übrigens heute schöner als ursprünglich - wird immer reizvoll bleiben, und die Gartenseite gehört, abgesehen von der störenden buntscheibigen Glasveranda zu dem Malerischsten, was Alt-Nauen zu bieten hat. Vor allem aber atmet die Oertlichkeit einen Hauch des pietätvoll Romantischen; denn das Haus steht heute noch am alten Stadtwall, der innerhalb des herrlichen, landrätlichen Gartens erheblich abfällt, und außerdem dort, wo einst die alte Mauer sich schützend um die Stadt legte, wo zweieinhalb Jahrhunderte hindurch die Nauener Bürger ihre Toten begruben.
Es soll hier nicht untersucht werden, wie jener - ziemlich junge - geschichtliche Irrtum entstand. Jedenfalls handelt es sich um einen Irrtum! Schon Tiebel sagt 1817 in seiner "Kurzen Geschichte der Stadt Nauen": "König Friedrich der Große hat als Kronprinz in dem jetzigen Kaufmann Kerkowschen Hause gewohnt, indem sein Bataillon hier in Garnison stand." Der "Millionen-Kerkow" aber - ihm wurde bekanntlich in den Anlagen ein Denkstein gesetzt - wohnte in dem heute Peterhoffschen Hause in der Potsdamer 52 (heute Goethestr.-wj-), links neben dem Katasteramt. Barday schreibt auf S. 168/69: "Um diese Zeit (Anm.: 1732! zwei Jahre vorher war die herrliche Eiche auf dem Wall des alten Kirchhofes gepflanzt worden, die mächtige Eiche, die ihre Aeste hoffentlich noch Jahrhunderte stolz in den Himmel recken wird. K.) hatte unsere Stadt die Ehre, dass der Kronprinz, welcher sich später als König den Beinamen des Großen erwarb, mit seinem Batallion hier in Garnison stand. Es war die Zeit, bevor er nach Ruppin und Rheinsberg übersiedelte. Er wohnte in dem Hause, welches ... (Text fehlt hier -wj-). (Anm.: der älteste im Besitz des Museums befindliche Stadtplan nennt die Holzmarktstraße "Königstraße". K.) Zwei goldene Sterne auf den Enden der Dachfirst schmückten noch bis vor einigen Jahren das Haus. Hoffentlich werden diese historischen Erinnerungszeichen baldigst wiederhergestellt." Bardey bringt auch ein Bild: "Wohnhaus Friedrich d. Gr.".
Am 6. April 1907 schrieb das "Osthavelländische Kreisblatt": "Bevor Friedrich nach Neuruppin übersiedelte, wohnte er einige Zeit hier in Nauen, und zwar in dem Kerkowschen Hause, wo jetzt der Kaufmann Troll wohnt, in der Potsdamer Straße."
Das falsche "Alte-Fritzen-Haus" trägt an der Gartenseite die Jahreszahl 1780. Das dürfte das Baujahr sein. Wie kann Friedrich dann bereits 1732 dort gewohnt haben?! Laut Grundakten des Nauener Amtsgerichts erkaufte Karl Heinrich von Görlitz am 13.1.1780 in der Zwangsversteigerung von Thiedke das Grundstück Potsdamer Straße 52. Der Weiterverkauf an die Geschwister Baath erfolgte 1788. Von denen kaufte das Grundstück im Jahre 1791 Wilhelm August von Brandenstein, Königl. Major im Regiment Prinz Heinrich, 1800 wird Treue und 1814 dessen Schwiegersohn C.F. Kerkow Besitzer.
_Bis in die allerletzten Jahre des vorigen Jahrhunderts aber gehörte das falsche "Alte-Fritzen-Haus" samt Garten zur Potsdamer Straße 52, und erst Kerkow beantragte 1896 die Ueberschreibung auf Potsdamer Str. 50/51 (heute Katasteramt). Das Katasteramts-ge ... (Text fehlt hier -wj-)
Gleichfalls 1896 beantragte Kerkow, den neuen Eigentümer von Potsdamer Straße 52 für dauernd zu verpflichten, "die Traufe von den Vorder- und Hintergebäuden Potsdamer Straße 50/51, also auch von dem hinten an der Mauerstraße belegenen sogenannten Scharwerker- und Gartenhause, aufzunehmen und sie nach dem Straßenrinnstein der Potsdamer Straße abzuleiten." Im Verzeichnis der Gebäudebesetzung Potsdamer Straße 52 vom Jahre 1895 war das falsche "Alte-Fritzen-Haus" "Remise und Scharwerkstatt" genannt worden.
Damals also diente das "sogenannte Gartenhaus" der Herren von Görlitz und von Brandenstein nüchternen und nützlichen Zwecken. Doch es hatte bessere Zeiten gesehen. Und bessere Zeiten standen ihm bevor. Ja es übertrumpfte sich gewissermaßen selbst, in dem es sich - allerding ohne eigene Schuld - mit dem Schein königlichen Glanzes umgab. Heute aber muss es diesen unverdienten Nimbus wieder an das wahre "Alte-Fritzen-Haus" in der Potsdamer Straße abtreten.
Koch, Museumsleiter.